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“Der Fluss hat immer noch Fisch“
Ahmad Nadalians Arbeiten sind in erster Linie symbolisch
und bedienen sich einer Vielfalt von Techniken: behauener Stein,
Steininstallationen, Videoinstallationen und Installationen am Fluss Haraz
und am Kaspischen Meer im Iran. Außerdem präsentiert er seine Konzeptionen
in rituellen Performances, Body Art, Videos, Animationen, Multimedia und
Web Art.
Nadalian lebt im Frühjahr und Sommer zumeist in Poloor,
einem Dorf 65 km nördlich von Teheran. Dort, am Fuße der Bergregion
Damavand, befindet sich ein fruchtbares Flusstal, das Fundort für seine
Materialien ist.
Die Arbeiten mit dem Titel „River Art“ (2001), die bei der
diesjährigen Biennale in Venedig gezeigt wurden, sind aus hunderten mit
dem Meißel in Felsbrocken eingearbeiteten Fischen komponiert. Sie sind an
der Stelle zurückgelassen, an der sie geschaffen wurden. Der Künstler
hinterließ seine Telefonnummer und Website-Adresse auf diesen Steinen, hat
allerdings bisher nicht die Absicht zu enthüllen, wo genau sie sich
befinden.
Seine Intention ist es, den Betrachter das Kunstwerk suchen
zu lassen und dabei vielleicht etwas Wertvolleres als diese Steine in der
Natur entdecken zu lassen. Er sieht sich dann als Partner bei den
Entdeckungen des Betrachters.
Während der Kindheit Nadalians waren die Flüsse in Poloor
noch reich an Fisch. Mit der zunehmenden Wasserverschmutzung und den
Zerstörungen durch die moderne Technisierung verschwand der Fisch. Durch
seine Steinbearbeitungen will Nadalian zeigen, dass der Fluss noch immer
„Fisch hat“, wenn auch nur in imaginärer Form.
Der Fisch ist ein Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit.
Einige der Fische Nadalians befinden sich unter Wasser, aber die größere
Anzahl sind abgebildet auf den Steinen, die in der Mitte des Flusses
liegen, ihre Körper nur partiell unter Wasser. Im Frühling befinden sich
die Fische oft völlig unter Wasser, während sie im Sommer und Herbst
häufig vollständig trocken liegen. Dieser Effekt ist vielleicht symbolisch
für die globale Erwärmung, Dürre und Bedrohung des Lebens.
Ahmad Nadalian
wurde 1963 geboren. Seit 1979 ist er künstlerisch tätig.
1983 nahm er ein Bachelor-Studium der Malerei an der
Fakultät für Schöne Künste der Universität Teheran auf, das er 1988
abschloss.
Nach privaten Studien in Paris begann er 1991 mit einem
Promotionsstudium an der University of Central England (UCE). Sein
Forschungsschwerpunkt war der „Einfluss des Mystizismus auf die Kunst“.
Nadalian beendete seine Studien 1995 mit der Verleihung des Doktortitels.
Er veröffentlichte Artikel über persische Kunst und den
Einfluss der europäischen Kunst auf die zeitgenössische Kunst des Iran in
verschiedenen Kunstzeitschriften und Magazinen. Seine Zeichnungen,
Gemälde, Reliefs und Installationen wurden in bisher 12 Einzel- und mehr
als 50 Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt bei der 50. Biennale Venedig
im Juni 2003.
Eine Reihe von Websites ist veröffentlicht, um in seine
Arbeiten einzuführen, aber auch, um als eine zeitgemäße Form der
Vermittlung seiner Ideen und seiner Kunst zu dienen:
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